Mit einer feierlichen Zeremonie wurden am Freitagabend mehrere Zivilschutzjahrgänge von Appenzell Innerrhoden offiziell im Gymnasium St. Antonius verabschiedet. Insgesamt 127 Angehörige des Zivilschutzes (AdZS) aus allen Gattungen – darunter Pioniere, Betreuer, Köche, Materialwarte und Angehörige des Führungsunterstützungszugs – haben ihren Dienst beendet. Die Bestände des Innerrhoder Zivilschutzes sind damit deutlich geschrumpft, verbleiben rund 166 AdZS im aktiven Bestand.
Trotz des markanten Rückgangs konnte der Kanton die durch die aktuelle Zivilschutzgesetz-Revision notwendig gewordene Übergangslösung nutzen, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Die laufende Revision sieht vor das sicherheitspolitische Instrument an die heutigen Bedürfnisse in Krisen- und Kriegssituationen anzupassen. Der Zusammenschluss der beiden Innerrhoder Zivilschutzorganisationen soll die Effizienz erhöhen und die knappen Ressourcen bündeln.
Dank und Anerkennung für jahrelangen Einsatz
In seiner Ansprache würdigte Landesfähnrich Jakob Signer, Vorsteher des Justiz-, Polizei- und Militärdepartements, die Verdienste der Angehörigen des Zivilschutzes. Er erinnerte daran, dass das sicherheitspolitische Umfeld in Europa „düsterer und unsicherer geworden“ sei und betonte, wie wichtig es sei, sich auch in der Schweiz wieder stärker Gedanken über die zivile Verteidigung zu machen: „Armee und militärische Verteidigung sind das eine, aber der Zivilschutz ist das andere – und er gehört ebenso zu einem funktionierenden Land“, sagte Signer.
Er dankte allen Abgerüsteten im Namen des Kantons und der Bevölkerung für ihren Einsatz: „Ganz herzlichen Dank für die Zeit, die ihr für unsere Gemeinschaft und unser Land geleistet habt.“ Zugleich rief er die Anwesenden dazu auf, sich auch nach dem aktiven Dienst politisch und gesellschaftlich zu engagieren: „Unser demokratisches System lebt davon, dass sich möglichst viele einbringen. Gestaltet mit – denn der Staat, das sind wir alle.“
Verabschiedung verdienter Offiziere
Im Rahmen der Feier wurden auch mehrere Offiziere offiziell verabschiedet:
- Daniel Inauen, Hauptmann und Vizekommandant
- Rouven Kutter, Oberleutnant, Führungsunterstützung / Chef Lage
- Baptist Gmünder, Oberleutnant, Führungsunterstützung / Chef Lage
- Slaven Ratkovac, Oberleutnant, Chef Betreuer
- Ivo Seifert, Leutnant Pioniere
Sie alle prägten die Innerrhoder Zivilschutzorganisation über Jahre hinweg mit Engagement und Fachwissen.
An der Feier anwesend waren zudem Hansruedi Götti, Kommandant der Zivilschutzorganisation Appenzell Innerrhoden, sowie Thomas Egloff, Departementssekretär und Amtsleiter des Justiz-, Polizei- und Militärdepartements AI.
Zivilschutz bleibt sicherheitspolitisches Instrument
Die aktuelle Phase des Umbruchs im Schweizer Zivilschutz fordert die Kantone heraus. Durch Gesetzesrevisionen und strukturelle Anpassungen sollen Doppelspurigkeiten vermieden und Synergien geschaffen werden. Für kleine Kantone wie Appenzell Innerrhoden bedeutet das, mit knapper werdenden Beständen dennoch die Einsatzbereitschaft zu wahren – eine Herausforderung, die durch Zusammenarbeit und Gemeinsinn gemeistert werden soll.
Am Ende der Feier folgte Applaus für alle Abgerüsteten, die ihren Beitrag zum Schutz und Wohl der Bevölkerung geleistet haben.
„Alles Gute – privat, beruflich und vielleicht auch politisch“, verabschiedete Jakob Signer die Anwesenden.






